Sitzung des Deutsch-Polnischen Ausschusses in Gostyn/Jarocin: der Blick in die Vergangenheit und die Zukunft der deutsch-polnischen Zusammenarbeit

Am 17./18.6.2019 tauschten sich Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker aus Polen und Deutschland in Gostyn & Jarocin (Polen) über den Ausgang der Europawahl und die Möglichkeiten zur Stärkung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit aus. Über 30 Vertreterinnen und Vertreter deutscher und polnischer Gemeinden, Städte und Landkreise nahmen an dieser Sitzung des Deutsch-Polnischen Ausschusses des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) teil. In der gemeinsamen Erklärung zur Tagung sprachen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ein starkes Europa und eine kraftvolle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen auf allen Verwaltungsebenen aus. Der polnische Vorsitzende des Ausschusses, Piotr Glowski (Stadtpräsident von Pila, Polen) führte aus, dass die hohe Wahlbeteiligung bei der Europawahl in Deutschland und Polen deutlich gemacht habe, dass die Bürger sich sehr für die europäische Politik interessieren. „Das Ergebnis der Wahl zeigt deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger in unseren Kommunen sich europäische Lösungen für gemeinsame Probleme wünschen“, sagte er im Gespräch mit den Teilnehmern.

Im Fokus der Sitzung stand neben den kommunalen Kooperationen zwischen beiden Staaten auch der Umgang mit der Erinnerung an die gemeinsame Geschichte. Anhand von verschiedenen Beispielen aus Deutschland und Polen (Dachau, Jarocin, Nürnberg, Gostyn und Hannover) wurde der Umgang mit der gemeinsamen Vergangenheit und der lokalen Erinnerungsarbeit dargestellt. Dabei wurde deutlich, dass auf beiden Seiten der Grenze große Anstrengungen unternommen werden, um die Erinnerung zu erhalten und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten stetig weiter auszubauen und zu intensivieren. Der deutsche Vorsitzende des Ausschusses, Landrat Stefan Löwl (Dachau) zeigte sich erfreut über die vielfältigen Projekte, welche in Deutschland und Polen durchgeführt werden. „Es ist wichtig, sich an die gemeinsame Vergangenheit zu erinnern - auch an die schrecklichste Zeit. Wir müssen uns dabei aber bewusst machen, was wir in den letzten Jahren erreichen konnten und wie gut und freundschaftliche die Zusammenarbeit zwischen unseren Staaten heute ist“.

Der DPA wird auf der Grundlage des Zusammenarbeitsvertrages zwischen der Deutschen Sektion des RGRE und dem polnischen Städteverband (ZMP) aus dem Jahre 1995 gebildet. Diese Vereinbarung wurde 2014 um den Polnischen Landkreisverband (ZPP) erweitert. Aufgabe des Ausschusses ist es, die kommunale Zusammenarbeit in beiden Mitgliedstaaten zu unterstützen und kommunale Themen von bilateralem Interesse zu behandeln. Das Gremium tagt zweimal jährlich, die nächste Sitzung findet am 28./29.10.2019 in Hannover statt.