Neue Leipzig-Charta und Territoriale Agenda 2030

Die für Stadtentwicklung zuständigen Ministerinnen und Minister der Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben auf ihrem informellen virtuellen Treffen am 30. November 2020 im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die Neue Leipzig-Charta unterzeichnet. Einen Tag später, am 1. Dezember 2020, verabschiedeten die für Raumordnung und territorialen Zusammenhalt zuständigen Ministerinnen und Minister der EU-Mitgliedstaaten sowie von Norwegen und der Schweiz mit der Territorialen Agenda 2020 einen Fahrplan für eine nachhaltige Zukunft für alle Orte. Beide Strategiepapiere setzen neue Maßstäbe für die europäische Stadt- und Raumordnungspolitik.

Die Neue Leipzig-Charta unter dem Titel „Die transformative Kraft der Städte für das Gemeinwohl“ formuliert ambitionierte Leitlinien für integrierte Stadtentwicklungspolitik europäischer Städte und schreibt die im Jahr 2007 in Leipzig unterzeichnete Leipzig-Charta für eine nachhaltige europäische Stadt fort. Sie benennt mit Gemeinwohlorientierung, integrierter Stadtentwicklung, Partizipation und Ko-Kreation, ortsbasierten Ansätzen und Mehrebenen-Zusammenarbeit fünf Prinzipien, um Städte grüner, produktiver und sozialer zu machen.

Die Territoriale Agenda 2030 unter dem Titel „Eine Zukunft für alle Orte“ soll den Abbau regionaler Disparitäten fördern und setzt sich nachhaltig für eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts zwischen den Menschen, Gemeinschaften und Orten in Europa ein. Dafür definiert sie für die zukünftige Entwicklung zwei übergeordnete Ziele: ein „gerechtes Europa“ und ein „grünes Europa“. Zeitgleich mit der Verabschiedung der Territorialen Agenda 2030 starteten Deutschland, Luxemburg, Polen, Portugal, Norwegen und die Schweiz zusammen mit weiteren beteiligten Mitgliedstaaten und Institutionen sechs konkrete Pilotmaßnahmen zur Umsetzung der Agenda.

Neue Leipzig-Charta

Territoriale Agenda 2030