Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag zur Erneuerung und Stärkung des Programms “Kulturhauptstädte Europas” für den Zeitraum nach 2033 vorgelegt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Wirkung des Titels über das Veranstaltungsjahr hinaus langfristig für die Stadtgesellschaft erhalten werden kann. Kultur soll dabei unabhängig von Wohnort und Einkommen möglichst vielen Menschen zugänglich sein.
Der Vorschlag sieht unter anderem ein vereinfachtes Auswahlverfahren, eine stärkere langfristige Nachhaltigkeitsplanung sowie bessere Möglichkeiten für gemeinsame Bewerbungen mehrerer Städte vor. Dies soll ausdrücklich auch grenzüberschreitende Partnerschaften erleichtern. Zudem sollen die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Jugendlichen gestärkt und die Bedeutung einer inklusiven und nachhaltigen Stadtentwicklung hervorgehoben werden.
Die bisherigen Erfahrungen unterstreichen die mögliche langfristige Wirkung des Programms: In den zwischen 2013 und 2022 evaluierten Kulturhauptstädten wurden insgesamt 38,5 Millionen Besucherinnen und Besucher gezählt. Die jeweiligen Kulturhauptstadtprogramme umfassten durchschnittlich rund 1.000 bis 1.200 kulturelle Veranstaltungen. Die Besucherzahlen stiegen im Durchschnitt um 30 bis 40 Prozent. Der Titel kann damit nicht nur kulturelle Impulse setzen, sondern auch zur internationalen Sichtbarkeit, zur Vernetzung und zur wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Entwicklung einer Stadt beitragen.
Der Kommissionsvorschlag wird nun parallel im Europäischen Parlament und im Rat beraten. Eine Einigung über den endgültigen Rechtstext wird bis Mitte 2027 angestrebt. Nach dem Vorschlag sollen zudem Drittländer, die am EU-Programm “Kreatives Europa” teilnehmen oder damit assoziiert sind, ab 2034 um den Titel konkurrieren können.
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