Kommunale Partnerschaftsarbeit

In der Präambel der Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bekunden die Mitgliedstaaten der Gemeinschaft „ihren festen Willen, die Grundlagen für einen immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker zu schaffen“. Bereits damit hat sich die Gemeinschaft auch die Förderung kommunaler Partnerschaften zum Ziel gesetzt. Sie sollen einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und zur Entwicklung eines europäischen Bewusstseins leisten und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.

Kommunalpartnerschaften gehören seit mehr als 60 Jahren zum öffentlichen Leben in deutschen Kommunen. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und lange bevor sich die Beziehungen zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern auf staatlicher Ebene normalisierten, setzten deutsche Kommunen mit ihren Partnerschaften erste Signale zur Aussöhnung. Während zunächst vornehmlich mit den westlichen Nachbarländern Partnerschaften geschlossen wurden, pflegen deutsche Kommunen seit den 1980-er Jahre verstärkt auch Partnerschaften mit Kommunen im Globalen Süden sowie nach dem Zerfall des kommunistischen Systems ab dem Ende der 1980er-Jahre mit den Nachbarn in Mittel- und Osteuropa. Heute unterhalten deutsche Kommunen weltweit mehr als 7.000 Partnerschaften, Freundschaften und Kontakte.

Mit der fortschreitenden Globalisierung und den zunehmenden Herausforderungen in Europa und weltweit haben sich die Aufgaben der kommunalen Partnerschaftsarbeit verändert. Die Partnerschaften beschränken sich nicht mehr nur auf die ursprünglichen Ziele von Annäherung und Versöhnung. Kooperationen auf allen Ebenen kommunalen Handelns sind hinzugekommen. Auch die Formen sind vielfältiger geworden und reichen von klassischen Partnerschaften über Themen- und Projektpartnerschaften bis hin zu Netzwerken von Partnerschaften. Alle Partnerschaften damals wie heute haben aber eines gemeinsam: Mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger tragen sie dazu bei, dass Freundschaft zwischen den Völkern in persönlichen Begegnungen konkret wird.

Der Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE), der seine Wurzeln in der europäischen Partnerschaftsbewegung hat, setzt sich seit jeher für die Stärkung kommunaler Partnerschaften ein. Die Deutsche Sektion des RGRE führt eine Online-Datenbank über die bestehenden Partnerschaften, Freundschaften und Kontakte deutscher Kommunen, der derzeit überarbeitet und neu gestaltet wird. Der europäische RGRE-Dachverband „Council of European Municipalities and Regions“ bietet ebenfalls im Internet eine Partnerschaftsbörse an, wo Kommunen Einsicht in vorliegende Partnerschaftsgesuche nehmen können, aber auch direkt und unkompliziert nach Partnern suchen können.

Kontakt

Lyudmyla Dvorkina
Geschäftsstelle des RGRE/Deutsche Sektion
Telefon: 0221/ 3771-315
(Sekretariat: Tanja Sartory)
E-Mail: lyudmyla.dvorkina(at)
staedtetag.de